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Krise auf dem Balkan: So war die PICSim 2014

Juni 11, 2014

Turbulent ging es los für die diesjährige Konstanzer PICSim-Delegation – und vor allem früh. Während wir am Mittwoch noch über unseren Prüfungen saßen, hieß es am Donnerstagmorgen schon Abfahrt zum Züricher Flughafen. Müde und gleichzeitig aufgeregt steigen wir ins Flugzeug und flogen über Düsseldorf nach Newark/New Jersey. Jetlag-geplagt ging es mit dem Shuttlebus vom Flughafen direkt ins beschauliche Princeton.

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Die erste positive Überraschung im Hotel ließ nicht lange auf sich warten: Wir wohnten standesgemäß, wie es sich gehört für Premier-, Justiz-  und Verteidigungsminister. Zeit zum Durchatmen blieb aber keine, wir mussten sofort zur Eröffnungsfeier der Princeton Interactive Crisis Simulation 2014 (wo wir nach einigen Irrwegen auf dem Hogwarts-ähnlichen Campus auch ankamen). Unter dem Motto „Black Ops: Black Sea“ sollte es vier Tage ausschließlich um die Balkan-Krise gehen.

Direkt im Anschluss an die Eröffnungsfeier stand schon die erste Session an und die Konstanzer Studenten wurden zu hochrangigen Politikern ihres jeweiligen Landes: Vize-Premierminister im Kosovo, Verantwortlicher für Infrastruktur bei Gazprom oder Außenminister der Ukraine. Schon am ersten Abend wurde eifrig diskutiert, auch wenn die ersten Staatskrisen noch auf sich warten ließen.

Am ersten Konferenztag ging es dann aber voll zur Sache: Verhandlungsgeschick war gefragt, schließlich mussten Energiekrisen, militärische Aufstände, Konflikte mit Nachbarstaaten und Streitigkeiten im eigenen Komitee gelöst werden. Alle Konstanzer Delegierten schlugen sich hervorragend und hatten keine Angst vor bilateralen Treffen mit einzelnen Delegierten anderer Komitees.

Fortschritte in der Friedensfindung konnte man am ersten Konferenztag allerdings noch nicht ausmachen – zu schwer wiegten die Krisen und bilateralen Konflikte, die noch bewerkstelligt werden mussten. Deshalb wurde bis spät in die Nacht diskutiert, aber irgendwann hatten die Chairs ein Einsehen mit uns – an diesem Abend wurde es nichts mehr mit der friedlichen Lösung der Balkan-Krise.

Eine Pause gönnten wir uns dennoch nicht, schließlich stehen bei jeder Konferenz auch social events auf dem Programm – gemeinsam mit Studenten der Princeton University und den anderen Konferenzteilnehmern wurde der erste Konferenztag gefeiert – trotz mangelnder Friedensfindung.

Tag zwei begann nach unserem Geschmack erneut zu früh. Als wir aber zurück in unseren Komitees realisierten, wie viel Arbeit auf uns wartete, waren alle hellwach: Die Balkan-Krise hatte sich über Nacht zugespitzt, voller Einsatz aller Minister war gefragt. Als in der Ukraine zu allem Überfluss eine hochgefährliche Massenvernichtungswaffe gestohlen wurde, wurden die Außen- und Sicherheitsminister aller Länder zu einer Krisen-Sitzung einberufen. Jedes Land musste eine Ermittlungskommission einrichten, um die gestohlene Waffe zu finden. Für arme Länder wie Serbien und Kosovo keine einfache Aufgabe.

Durch hervorragende Zusammenarbeit in den Komitees überwanden die Balkan-Länder aber auch diese Krise und langsam nahte die Fun-Session. In der Kaffeepause zwischen den Sessions wurde eifrig diskutiert und geplant, von Entführungen anderer Minister, Fahnen-Klau bis hin zu Militärattacken ließen sich die Delegierten einiges einfallen. Zum Schluss wurde sogar die erfolgreiche Vereinigung von Albanien und Kosovo zum neuen Staat Kosalbania gefeiert – und ein bisschen traurig gingen wir spät am Abend aus der letzten Session.

Am Abend trafen sich alle Teilnehmer gemeinsam mit den Studenten aus Princeton zum Abschluss-Social-Event und am nächsten Tag machten wir dann auch schon unseren Abschlussspaziergangüber den beeindruckenden Campus. In der Schlussfeier ließen wir die Momente der vergangenen Tage nochmals Revue passieren und verabschiedeten uns ein bisschen traurig von den anderen Teilnehmern.

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Nach der closing ceremony wurde es aber sofort wieder aufregend, es ging direkt für zwei Tage nach Washington. Barack Obama sagte zwar kurzfristig unser Meeting ab, den Besuch im Kapitol ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Auch Kennedys Grab auf dem Friedhof von Arlington, das Lincoln Memorial und das Weiße Haus besichtigen wir (wenngleich letzteres nur von außen).

Von Washington aus fuhren wir nach zwei spannenden Tagen in der Hauptstadt Amerikas direkt in den Big Apple: New York war unser Ziel und die ersten Eindrücke sorgten für Begeisterung bei allen Konstanzern. Neben viel Sightseeing standen aber noch zwei wichtige Termine an: Der Besuch des Deutschen Generalkonsulats und der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen sowie des UN Development Programme (UNDP). Wir diskutierten mit Kai Hennig, stellvertretender Generalkonsul im Deutschen Haus, das deutsch-amerikanische Verhältnis und die Aufgaben als Diplomat. Kristoffer Tangri und zwei seiner Arbeitskollegen vom UNDP beantworteten uns alle Fragen rund um Entwicklungshilfe, die Arbeit des UNDP und Karrierechancen bei den Vereinten Nationen. Beide Treffen waren für alle Delegierten sehr interessant und inspirierend und wir waren froh, dass wir diese Chance nutzen konnten.

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Anschließend nutzten wir alle die Zeit in New York. Während es für drei von uns nach zwei Wochen USA wieder nach Hause ging, verschlug es die anderen in andere Teile Amerikas – egal ob Boston, Kalifornien oder Kanada: Die Konstanzer waren im ganzen Land verstreut. Aber egal wo wir hinreisten – für alle von uns war die Reise über den großen Teich eine unvergessliche und fantastische Erfahrung.

 

Bericht: Heike Czopiak

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