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Konstanzer Delegation auf der Princeton Interactive Crisis Simulation 2013

September 17, 2013

Foto Princeton

Als Teilnehmer des Debating Clubs der Model United Nations Association der Universität Konstanz machte sich eine 12-köpfige Truppe aus jungen, hoch motivierten Studierenden mehrerer Fachbereich auf in die Vereinigten Staaten. Nach einer intensiven Vorbereitung im Wintersemester 2012/13, wobei man speziell auf rhetorische Feinheiten der internationalen Diplomatie oder auch auf institutionelle Verfahren und Möglichkeiten der Vereinten Nationen geschult wurde, fühlte sich die Konstanzer Delegation gewappnet und bereit für die Konferenz an der Ivy League Universität Princeton.

Die 5-tägige Konferenz mit Teilnehmern von allen Kontinenten begann mit einer dem Anlass gerechten Eröffnungszeremonie im Woodrow Wilson Institut für öffentliche und internationale Politik. Dabei wurden die einzelnen Delegationen der Universitäten begrüßt und einige wichtige Ablaufregeln und örtliche Informationen weitergegeben. Den Abschluss machte ein bemerkenswerter Vortrag eines Politikprofessors der Princetoner Universität über die Konstellation neuer und alter Weltmächte.
Das Hauptthema der Konferenz war die seit mehreren Jahren andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise der Staaten der Europäischen Union. Die über 100 Teilnehmer waren auf neun Länderkabinette der EU-Mitgliedstaaten verteilt, in denen Tag für Tag nach einem vorher festgelegten Zeitplan debattiert wurde. Die Konstanzer Delegation war so gut wie in allen Kabinetten als Minister, Zentralbank-Chef oder EU-Kommissar vertreten. Die Weltlage wurde zentral von einem „Mastermind“, welches von über 20 Princetoner Studierenden besetzt war, gesteuert und in Echtzeit in die verschiedenen Verhandlungsräume übertragen. Dort wurde die Debatte von einem zentralen Verhandlungsleiter geführt, welcher das Rederecht zusprach, Vorschläge annahm oder ablehnte. Anfänglich dominierten Diskussionen über Haushaltskonsolidierung, Infrastrukturprojekte oder Finanzhilfen für schwächelnde Mitgliedsstaaten der Euro-Zone. Die gänzlich in Englisch geführten Debatten zeigten unterschiedliche Positionen der einzelnen Ressorts auf und gerieten folglich zu einem immerwährenden Ringen um gute Argumente und packende Überzeugungskraft.
An der Ausgestaltung des Rahmenprogramms der internationalen Konferenz wurde auch nicht gespart; neben einer Führung auf dem Campus stand eine internationale Abendrunde mit allen Teilnehmern auf dem Programm. Auf diese Weise fand man auch Zeit, abseits der Debatte mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen und ereignisreiche Lebensgeschichten auszutauschen oder gar Freundschaften zu schließen. Am dritten Tag der Konferenz hatte die Konferenzleitung einige Überraschungen vorgesehen: Während die Wirtschaftsdaten weiter in den Keller gingen, scheiterte ein europaweites Infrastrukturprojekt und die Verhandlungsrunden über weitere Finanzhilfen. Die Teilnehmer mussten schnell, teils in informell gebildeten Sonderkommissionen handeln und sämtliche diplomatische Fähigkeiten wurden ausgereizt. Zu guter letzt kam auch der Primat der Politik, ein Angriffskrieg zur Machtdurchsetzung zum Einsatz – glücklicherweise nur fiktiv in den Gebäuden des Woodrow Wilson Instituts.

Die Abschlusszeremonie fand nach vier Tagen Verhandlungsrunden in den Kabinetten wieder im großen Rahmen mit sämtlichen Teilnehmern statt. Dabei blieb Zeit, die Beiträge und fruchtbaren Diskussionen der Teilnehmer, der ganzen Kabinette und auch die Verhandlungsleiter reichlich zu würdigen. Die Konstanzer Delegation, welche zusammen mit einer Gruppe von Studierenden aus Graz die einzigen Teilnehmer aus Europa waren, erhielt dabei einen Preis für außergewöhnliche Leistungen.

Nach der 5-tägigen Konferenz im Bundesstaat New Jersey organisierten die Konstanzer Teilnehmer auf eigene Faust einen Wochentrip in die Stadt New York. Die Studierenden, alle samt wissbegierig auf die Materie der internationalen Politik, besuchten dort unter anderem die Hauptverwaltung der Vereinten Nationen. Außerdem standen Informationsbesuche der Vertretungen der Bundesrepublik aber auch der Europäischen Union auf dem Programm. Natürlich hatte man aber auch Zeit für andere kulturelle Sehenswürdigkeiten der pulsierenden Metropole am Hudson River.

Insgesamt fällt das Fazit der Teilnehmer aus Konstanz durchweg positiv aus: Sicherlich einmalig war das Zusammentreffen mit jungen Menschen aus aller Welt, die darauffolgenden Diskussionen, in denen man auch durchaus Unterschiede in der Auffassung über weltweite Problemlagen oder Mentalitäten fand. Der Aufenthalt in den USA verlief reibungslos und man ist natürlich auch stolz, die Universität Konstanz, wenn nicht gar das Interesse oder die Gesinnung aus einem europäischen Blickwinkel bei einer internationalen Konferenz vertreten zu haben.

Die Konstanzer Delegation bei der Princeton Interactive Crisis Simulation 2013 dankt außerdem herzlich allen Sponsoren, die dieses einmalige Projekt mit unterstützt haben.

Artikel: Nicolas Heger

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