Zum Inhalt springen

Harvard WorldMUN 2013 in Melbourne

September 17, 2013

5709_428024460618493_531702131_n

Harvard, WorldMUN, Melbourne. Schon für sich genommen machen diese drei Wörter wohl einiges her. Wenn man sie aber zusammen nimmt, wird daraus wohl eine der besten Erfahrungen die man als junger Student so machen kann.

Begonnen hatte für uns alles am 22. Oktober 2012 im Vorlesungssaal A 701 der Universität Konstanz, als die United Nations Association Konstanz e.V. (UNA) sich und die drei Konferenzen, zu denen sie jedes Jahr Delegationen sendet, vorstellte. Wie groß der Strahlkraft der anfangs erwähnten Wörter ist, konnte man allein an der großen Zahl der Besucher der Infoveranstaltung erkennen. Letztendlich gingen aus den vielen Bewerbungen und Interessenten 17 Studenten und Studentinnen hervor, die die diesjährige Konstanzer Delegation bilden sollten.

Nach einem Semester intensiver Vorbereitung in den wöchentlich stattfindenden Sessions des „Debating Club“ sowie eines Simulations-Hüttenwochenendes und der ebenfalls von der UNA organisierten Konstanz Interactive Crisis Simulation stiegen wir dann Anfang März endlich in den Flieger und machten uns auf ans andere Ende der Welt. Von Minusgraden und Schneematsch in Deutschland zu über 25° C und strahlendem Sonnenschein in Sydney – schon am ersten Tag war allen klar, dass sich die Reise definitiv lohnen würde. Weil man ja nicht alle Tage nach Australien kommt, waren erst einmal ein bis zwei Wochen Reisen angesagt, bis wir uns alle nach verschiedensten Stationen (Great Barrier Reef, Ayers Rock, Blue Mountains, Brisbane etc.) wieder in Melbourne trafen.

Obwohl Melbourne uns im Gegensatz zu Sydney nicht mit strahlendem Sonnenschein sondern mit Regen willkommen hieß, machten erste Ausflüge und Erkundungsgänge in die Stadt schnell eines klar: Man hätte definitiv auch einen schlechteren Ort für die Austragung der diesjährigen WorldMUN finden können. Nicht umsonst wurde Melbourne in den Jahren 2011 und 2012 vom Economist zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Um gleich zu Beginn in WorldMUN-Stimmung zu kommen stand schon am Abend vor Konferenzbeginn ein erstes Social Event an: die Night Zero. Nach erfolgreicher Registrierung am nächsten Tag stand mit der Opening Ceremony im Melbourne Convention Center dann auch der tatsächliche Startschuss der WorldMUN 2013 auf dem Programm. Von Didgeridoo spielenden Aboriginies über Reden von Größen aus der realen Diplomatie wie dem ehemaligen australischen Außenminister Gareth Evans, bis hin zum Hammerschlag, begleitet von den Worten „We declare the 22nd session of Harvard World Model United Nations open“ war alles dabei. Nun stand einem grandiosen Abend beim „Global Village“ nichts mehr im Weg. Teilnehmer aus allen Teilen der Welt stellten an kleinen Ständen ihre Heimatländer mit einheimischen Getränken und Speisen vor, sodass man bereits einen ersten Eindruck von der tatsächlichen kulturellen Vielfalt dieser Konferenz bekommen konnte. Nach wenig Schlaf, dafür aber umso mehr Spaß begann dann am Dienstag die eigentliche Konferenz. Role Call (Anwesenheitskontrolle), Agenda Setting (Themenauswahl) Opening Statements, das Ausmachen von potenziellen Verbündeten und eine erste Herausbildung verschiedener Gruppen und Blöcke waren die zentralen Elemente der beiden Sitzungen am ersten Tag. Beeindruckt, aber auch begeistert und voller Motivation und Vorfreude auf die kommenden Sitzungen machten wir uns am frühen Abend wieder auf in unser Hostel. Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb dort aber nicht: Wie jeden Abend stand auch heute wieder eines der berühmten Social Events an.
Schließlich ist die WorldMUN weit mehr als nur eine politische Simulationskonferenz. Hier kommen Jahr für Jahr über 2.000 junge Menschen aus aller Welt zusammen; und das nicht nur zum Debattieren und Verhandeln, sondern auch um gemeinsam zu feiern, sich kennenzulernen, auszutauschen und neue Bande und Freundschaften über den ganzen Globus zu knüpfen. Letztendlich vergingen die restlichen Tage wie im Flug.
Die Sitzungen waren geprägt von hitzigen Debatten und Diskussionen, intensiven Verhandlungen auch vor den Türen der Konferenzräume und auch von der ein oder anderen Rose, die von heimlichen Verehrern an andere Delegierte versendet wurden. Währenddessen übertrafen sich die Abende von Mal zu Mal an guter Stimmung – den Schlusspunkt bildete der Freitagabend, an dem sich die Organisatoren wieder einmal nicht lumpen ließen und einen kleinen Vergnügungspark anmieteten: Ein würdiger Abschluss für eine unvergessliche Woche. Egal ob während den Sitzungen, auf den Social Events oder an kuriosen Momenten wie am St. Patrick‘s Day, als wir in Kostüm und Anzug im Gemeinschaftsraum des Hostels noch versuchten schnell ein paar letzte Änderungen an unseren Working Papers vorzunehmen, während am Tisch nebenan eine Gruppe Iren exzessiv den Gedenktag ihres Schutzpatrons feierte – es war immer etwas los und bei aller Seriösität kam auch der Spaß nie zu kurz.

Rückblickend muss man sagen, dass es eine in jeder Hinsicht gelungene Woche war. Wir haben vielleicht nicht – wie das Motto der Konferenz „reinvent your world“ vorgibt – die Welt neu erfunden. Aber wir haben sie auf jeden Fall ein kleines bisschen besser kennen und auch genießen gelernt.

Bericht: Markus Geray

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: