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WorldMUN 2012

April 24, 2012

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 war in einem kleinen Seminarraum der Universität Konstanz das Gedränge groß. Über 60 Studenten waren gekommen, um bei der damaligen Informationsveranstaltung zu hören, was es mit unserer Hochschulgruppe auf sich hat. Dank diesem unglaublichen Interesse an Model United Nations kam die mit 15 Delegierten wohl größte Delegation für die WorldMUN 2012 in Vancouver zustande, die Konstanz je gestellt hat.

Die WorldMUN – das Ziel von vielen Menschen aus aller Welt. Über 2000 Menschen kommen zusammen, um zu verhandeln, zu diskutieren, zu reden und zusammen zu feiern. „Come Together, go beyond“ lautet das treffende  Motto.

So ließen sich wir 15 auf dieses Abenteuer ein und machten uns Anfang März auf den Weg an die kanadische Westküste um das Königreich Saudi Arabien und die Republik San Marino zu vertreten. Nach Vancouver, der wärmsten Großstadt Kanadas, traumhaft gelegen zwischen Pazifik und Rocky Mountains.

Die Konferenz selber ging „nur“ vier – dafür umso intensivere – Tage. Begonnen mit der opening ceremony im prachtvollen Orpheum und beendet mit der closing ceremony im Vancouver Convention Centre. Um Euch diese Tage ein bisschen greifbarer zu machen, hier ein typischer Tag als delegate inmitten der WorldMUN Vancouver: Um 7:30 klingelt der Wecker, viel zu früh wenn man bedenkt, dass man den Großteil der vergangenen Nacht ausgelassen feiernd auf einem im Programm enthaltenen „social event“ verbracht hat. Doch die Konferenz beginnt nun einmal um neun Uhr und bis dahin gibt es schon einiges zu tun. Schließlich muss man wohlgerichtet im formalen Business-Dress im Convention Centre erscheinen. Zum Frühstück gibt es immer das Gleiche in unserem schon zur Heimat gewordenen Backpackers Hostel. Toast und Bagels mit Marmelade und für die Meisten einen Kaffee, wie will man sonst den eklatanten Schlafmangel aushalten? Man kommt sich ein bisschen fremd vor, wenn man im Anzug oder im dezenten Kleid neben Rucksackreisenden sitzt, aber zum Glück sind auch noch andere Delegationen im Hostel, sodass wir nicht die einzigen Exoten sind. Ein Blick auf die Uhr – schon halb 9 – höchste Zeit die Laptoptasche zu schnappen und loszulaufen – durch die bunte Granville Street in Richtung Meer zum Convention Centre. Nun beginnt die Konferenz, wie immer mit dem obligatorischen „Roll Call“, der Anwesenheitskontrolle. Los geht’s, schon sind „draft resolutions“ verfasst worden, es wird diskutiert, ergänzt, gestrichen, organisiert. Man schreibt sich gegenseitig „Note-Passing-Papers“, hält Reden und hat eine ganze Menge an Texten zu lesen, die von den emsigen Delegierten in Massen verfasst werden. Man ist durchweg in Aktion, man verständigt sich auf Englisch mit Menschen verschiedenster Kulturen über komplexe Probleme und muss dabei stets das Interesse des Landes im Sinn behalten welches man vertritt. An der closing ceremony wird ein Redner sagen, dass wir „neue Füße“ bekommen haben, wir sind in die Fußstapfen eines anders Landes getreten und haben versucht aus dessen Sichtweise zu agieren. Eine realistische Simulation politischer Prozesse auf UN-Ebene, die einerseits mit dem nötigen Ernst angegangen wird, aber andererseits auch viele lustige Momente bereithält. Nordkorea bringt aberwitzige Vorschläge ein und Rosen werden mit lustigen Nachrichten zwischen den Delegierten verschickt… Mittagspause, 3 Stunden Konferenz hat man hinter sich gebracht, aber nach dem hastigen Essen im Food Court geht es schon wieder an die Arbeit. Die Mittagspause will genutzt sein, man überarbeitet die Texte und bringt sie in das richtige Format, bevor dann die zweite 3-Stunden Sitzung ansteht.

Das ist die eine Dimension der WorldMUN: die eigentliche Konferenz. Doch mindestens genauso wichtig sind die sozialen Aspekte. Jeden Abend ist an einem von Abend zu Abend variierenden Ort ein „social event“ angesagt, einmal sogar im für sein grandioses Skigebiet weltberühmten Whistler. Das bedeutet: Nach der Konferenz schnell ins Hostel zurück und sich für das jeweilige Motto des Abends herrichten. Raus aus dem Business, hinein in eine großartig organisierte Party und feiern, dass man ein Teil all dieser Menschen ist. Und dann endet der Tag also – in der tiefsten Nacht – sehr kurz bevor der nächste beginnt.

Am Ende dieser 4 Tage mag man ausgelaugt und erschöpft sein, doch während man im dämmernden Vancouver neben dem Convention Centre wenige Augenblicke nach der closing ceremony das Abschlussfeuerwerk hinter dem eigens für die WorldMUN wieder entzündeten olympischen Feuer betrachtet, merkt man, was für eine unglaublich wertvolle Erfahrung man gemacht hat, was man die letzten Tage geleistet hat und man fühlt ihn – den WorldMUN Spirit.

Wir haben Menschen aus aller Welt kennen gelernt, uns oft mit ihnen angefreundet, verschiedenste Sichtweisen und Ideen aufgezeigt bekommen viel Neues über die Welt gelernt.

Das Abenteuer Kanada war damit natürlich noch nicht beendigt, für alle von uns ging es danach weiter, sei es auf einem organisierten Post-Conference Trip, in Vancouver und Umgebung oder einfach bei Freunden irgendwo auf dem Nordamerikanischen Kontinent.

Was bleibt ist eine großartige Erfahrung, die keiner so schnell vergessen wird und die Freude darüber, zu Jenen gehört haben zu dürfen, die von den 60 am Anfang in einem kleinen Seminarraum Versammelten den Weg bis hierher antreten durften.

Bericht: Julian Beck

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